An 132 Schulen wird das Fach bereits unterrichtet, doch diese Schulen müssen den Unterricht aus eigener Tasche bezahlen. Eine Besserung dieses Zustandes ist jedoch nicht in Sicht: Während sich die SPÖ überhaupt nicht für den Ethikunterricht interessiert, will die ÖVP einfach ReligionslehrerInnen als EthiklehrerInnen einsetzen.
Auf die Ankündigung der ÖVP vergangene Woche den Ethikunterricht an allen Schulen verpflichtend für alle SchülerInnen, die sich vom Religionsunterricht abmelden einzuführen, reagierte die SPÖ statt mit einer Debatte nur mit Desinteresse. Auch wenn sich die Parteien nicht einigen können, gibt es bereits 132 Schulen an denen Ethikunterricht für die OberstufenschülerInnen angeboten wird. Leider gilt dieser Unterricht als Schulversuch, weshalb die Schulen den Unterricht aus eigener Tasche zahlen müssen.
Zehn Jahre Ethikunterricht
Zehn Jahre ist es nun her, dass die BRG 23 in Wien als erste Schule Österreichs “Ethik” als alternatives Fach zum Religionsunterricht anbot. Direktor Dieter Braunstein meint dazu: “Der Unterschied zum Vorschlag der ÖVP ist, dass die Lehrer eine Zusatzausbildung machen müssen und, dass nicht automatisch Religionslehrer Ethik unterrichten.”
EthiklehrerInnen müssen eine eigene Meinung haben
Die Schule sollte kein Ort sein, an dem SchülerInnen in eine bestimmte Moralvorstellung, weder politisch noch religiös, gepresst werden. Dennoch gibt es an vielen Schulen immer noch keine alternative zum Religionsunterricht. Wo es den Unterricht schon gibt, geben sehr oft ReligionlehrerInnen den Ethikunterricht, was dazu führt, dass immer noch sehr einseitige Weltanschauungen übermittelt werden. EthikleherInnen sollten eine spezielle Zusatzausbildung erhalten, um wichtige Themen wie Sexualität, Rassismus und Verständnis objektiv zu vermitteln